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26.1.2016 - Wintertagung in Langerohr unter dem Aspekt einer zukunftsorientierten Landwirtschaft

Gerne hätten wir mehr Absolventen begrüßt zu unserem Generalthema „Die Landwirtschaft von morgen“, allerdings: Morgen werden wir weniger sein als heute!

Nach den Grußworten von Kammerobmann Hermann Dam und des Hausherrn Bürgermeister Leopold Figl, setzte Abg. z NR Johann Höfinger fort und verwies auf die Wichtigkeit der deklarierten Produktherkunft für die heimische Landwirtschaft. Darauf nimmt auch die Gesetzgebung Bezug: Laut Bundesvergabegesetz darf nun auch das beste Produkt gekauft werden, dessen offensichtlicher Preis nicht zwingend das billigste Angebot darstellen muss. In der Folge setzte sich Höfinger mit dem Ergebnis der Klimakonferenz in Paris auseinander, nahm Bezug auf das nach außen eventuell geringe Ergebnis der Konferenz, nur 2 °C Klimaerwärmung mehr zu akzeptieren. Allerdings: Klimakonferenzen zeigen Fixpunkte einer Entwicklung auf, die eine Vielfalt an Interessen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen haben,. Insofern ist mit der Vereinbarung tatsächlich auch ein Meilenstein in der Klimapolitik erreicht worden.

Ök.-Rat Ing. Franz Windisch, Präsident der LK Wien, Obmann des Wiener Bauernbundes flogen mit der Anrede „Kollegen!“ die Herzen der Hörerschaft zu. In seinem eineinhalbstündigen Referat beurteilte er Fakten zur landwirtschaftlichen Produktion, dem Bild in der Öffentlichkeit und forderte zu Reaktionen auf. Als Faktum gilt für ihn, dass Landwirte mit einer urbanen Gesellschaft konfrontiert sind, die, von der Landwirtschaft entkoppelt, Landwirtschaftliche Produktion als „Pfui“, das Produkt jedoch als „Hui“ bezeichnet. Das Image der Landwirtschaft wird polarisierend erfahren: Die einen sehen sie positiv, landschaftserhaltend, naturverbunden, lebensmittelproduzierend und machen so Landwirte zur drittwichtigsten Berufsgruppe nach Ärzten und Rechtsanwälten. Die anderen, die Neider, sprechen von den Reichen, die das halbe Land besitzen, keine Steuern zahlen und Millionen von Fördergeldern erhalten.

Ziel zukünftiger Bestrebungen sowohl im Einzelbetrieb als auch als genereller Weg der österreichischen Landwirtschaft muss sein, die gesellschaftlichen Erwartungen mit einzelbetrieblichen Überlegungen in Einklang zu bringen. Das ist bestenfalls in familienbetrieblichen Strukturen zu schaffen.

Um das Bild der landwirtschaftlichen Produktion weiter zu verbessern könnte vieles getan werden: Wesentlich ist es, über sich selbst Bescheid zu wissen: Seine eigenen Kennzahlen, deren Veränderungen kennen, Wissen erlangen und dieses anwenden um Entscheidungen treffen zu können, somit unternehmerische Kompetenzen besitzen.

Das Bemühen, um ideelle Anerkennung beginnt bei der Person, die anerkannt werden will: Wissen und Erkennen der Vorteile, die einem der Beruf Landwirt bietet, damit das innere Strahlen nach außen gebracht werden kann, helfen dabei, Akzeptanz bei den Konsumenten zu erlangen.

Die Augen offen halten für die Zukunft: Einerseits muss man am Ball bleiben, was neue technologische Entwicklungen betrifft, andererseits muss der Konsument besser angesprochen werden. Der Weg über Kinder als Adressaten zur Sensibilisierung für zukünftiges Konsumverhalten ist wesentlich. Deutlich positive Wirkung könnten auch Werbeträger aus dem Bereich der AAA Promis bringen.

DDr. Thomas Rosenau, Professor an der BOKU Wien, Leiter der Abteilung für Chemie nachwachsender Rohstoffe informierte im Anschluss über die Chancen der Grünen Chemie, mit deren Hilfe es eines Tages, an dem es kein Erdöl mehr geben wird, alle Stoffe der Petrochemie ersetzt werden können. Es gilt also nicht, neue Stoffe zu erzeugen, die an die Stelle nunmehr vorhandener Produkte gestellt werden sollten, sondern: Produkte in der Bioraffinerie entstehen lassen die momentan noch auf Basis von Erdölprodukten erzeugt werden.

Wintertagung in Langenrohr

Besonders detailreich war die Darstellung der Urproduktes Holz, das als Lieferant von langkettigen, unstrukturierten Zellulosemolekülen zur weiteren Verarbeitung hzervorrangend geeignet ist, in der Bioraffinerie weiterverwertet zu werden. Als Zweitprodukt entsteht beim Aufschluss von Holz Lignin, bei des schon jetzt klar ist, das es optimal geeignet ist, die Stellung von Dauerhumus auf unseren Feldern einzunehmen.

(Zusammengefasst von DI Elisabeth Zwatz-Walter)

Bild: Für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft

ÖkR Karl Gfatter, Dir. Ing. Herbert Schadenhofer, BM Leopold Figl, ÖkR Ing. Franz Windisch, DI (FH) Veronika Nowak, BM Göschelbauer, Eva Hagl-Lechner, Franz Hagl, Dipl.-Ing. Fritz Buchinger, Angelika Buchinger, DI Elisabeth Zwatz-Walter, Franz Schwert, Abg. z NR Johann Höfinger, Dir. HLFL-Ing. Josef Meisl, DDr Thomas Rosenau, ÖkR. Hermann Dam. (v.l.n.r.)